
Darauf gibt es leider keine eindeutige Antwort. Denn es gibt viele unterschiedliche Erkenntnisse, widersprüchliche Ideen, viele Meinungen, eigene Erfahrungen und Glaubensrichtungen, was eine "gesunde Ernährung" ausmacht. Umfragen ergeben immer wieder, dass Ernährungsinformationen für die meisten Menschen widersprüchlich, einseitig und unverständlich sind.
Ernährung wird aus einer naturwissenschaftlich-medizinischen und damit stofflich-materiellen Perspektive untersucht. Es werden zum Beispiel Stoffwechselvorgänge, Risikofaktoren, Nährwerte, Lebensmittelinhaltsstoffe und Gesundheitsaspekte isoliert betrachtet. Das konkrete Essverhalten, die Alltagssituation, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen fließen kaum mit in Untersuchungen ein. Mit den üblichen Forschungsmethoden der Ernährungswissenschaft ist es oft nicht möglich, zu bestimmten Fragen fundierte Anworten zu geben.
Wie arbeitet die Ernährungsforschung?
In der Ernährungsforschung werden zwei Studienarten unterschieden. Ernährungsstudien, die am Menschen durchgeführt werden, die sogenannten Interventionsstudien, und die Beobachtungsstudien, bei denen keine Experimente durchgeführt werden. Ergebnisse von Beobachtungsstudien liefern Hinweise auf mögliche Zusammenhänge und dienen als Grundlage für Hypothesen.
Bei Interventionsstudien werden verschiedene Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft. Es gibt die Studiengruppe (Versuchsgruppe) und die Kontrollgruppe, daher die Bezeichnung "kontrollierte Studie". Liegen mehrere qualitativ gleichwertige Studien zu einer Fragestellung vor, so werden diese in Form einer Meta-Analyse zusammengefasst und ausgewertet. Meta-Analysen haben die größte Aussagekraft.
Dennoch bedürfen Studienergebnisse immer einer sorgfältigen Interpretation und weiterer Prüfungen. Trotz der vielen Ernährungsstudien ist es bisher nicht möglich, das Gesundbleiben mit Hilfe bestimmter Ernährungsempfehlungen zu garantieren. Was zu chronischen Erkrankungen führt, ist von vielen Faktoren abhängig und immer vielschichtig zu untersuchen.
Mein Fazit
Die Ernährungsforschung sollte den Menschen mit seiner individuellen Konstitution und Lebenssituation mehr in den Mittelpunkt stellen. Und allgemein gültige Aussagen zum Thema gesunde Ernährung überholen sich ständig.
Eine beliebt Frage in der Ernährungsberatung ist die Frage: Ist XY gesund? Auch hier kann die Antwort immer nur lauten; es kommt darauf an für wen und die "Dosis macht das Gift". Ob das Weintrinken als gesund gelten kann oder große Mengen Vollkornprodukte noch gesund sind, darüber lässt sich dann vorzüglich streiten. Wichtig ist immer die individuelle Betrachtung des Menschen. Pauschale Empfehlungen bringen nichts.
In einigen Punkten gleichen sich fast alle Ernährungsempfehlungen: Maßvoll essen, nicht zu wenig und nicht zu viel, viel Pflanzenkost, also Gemüse und Obst, wenig Zucker, wenig Alkohol, möglichst alles frisch zubereiten und von guter Lebensmittelqualität.
Wie viel Fett, welche Fette, wie viele Kohlenhydrate sollten wir essen? Fleisch ja oder nein oder doch nur Fisch oder vegetarisch leben? Und essen wir zu viele Milch- und Milchprodukte? Sollten wir mehr Mineralwasser trinken? Sollte Getreide roh oder besser gekocht werden? Ist Kaffee doch schädlich? Oder sollten wir Vitamine substituieren?
Und so weiter und so fort. Die Liste der strittigen Fragen, ließe sich endlos fortsetzen.
Ernährung bleibt einfach spannend. Bleiben wir einfach entspannt!
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